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Artikel, Interviews und Gespräche mit Beatrice

Hier findet ihr Artikel, Interviews und Gespräche mit Beatrice.

Quelle: Bote ch/ "Rundum Schwyz"-Redaktorin Nicole Auf der Maur

So sympathisch war Beatrice Egli im Interview

"RUNDUM SCHWYZ" ⋅ Ein paar kurze, spassige Bemerkungen von Beatrice Egli zu den Mühen am Flughafen sorgen landesweit für bissige Kommentare. Ist der Shitstorm wirklich berechtigt? Wir finden: zuerst den ganzen Beitrag im "Bote"-Magazin "Rundum Schwyz" lesen, bevor man sich ein Bild der Pfäffiker Schlagersängerin macht.

Mit Beatrice Egli sprach Nicole Auf der Maur

Beatrice Egli fühlt sich vor allem wohl, wenn sie auf der Bühne steht und – ganz wichtig für sie – wenn sie bei ihrer Familie ist. Sie wohnt immer noch in Pfäffikon und kommt nach anstrengenden Tagen gerne nach Hause.

Drei Schlückchen Kaffee. Das reicht ihr. "Normalerweise trinke ich überhaupt keinen Kaffee", sagt Beatrice Egli. Sie schiebt den Café crème ihrem Manager zu. Er ist der eigentliche Besitzer des Getränks. Die Schlagersängerin wollte "nur kurz etwas Energie tanken"

Verständlich. Seit dem frühen Morgen ist sie mit Interviewterminen beschäftigt. Hier ein Radiointerview, da ein Auftritt im Fernsehstudio. Ein einziger Tag steht der Schlagersängerin zur Verfügung, um in ihrem Heimatland auf Promotionstour für ihr aktuelles Album "Wohlfühlgarantie" zu gehen. Erschöpft wirkt sie aber keineswegs. Lächelnd schreitet sie an die Bar, als der Fotograf das Okay für einige Aufnahmen gibt.

Der Stylist zupft ein paar Haare zurecht. Und voilà: Völlig frisch posiert Beatrice Egli an der Theke des "Seedamm Plaza" in Pfäffikon. Vor einigen Minuten nippten die Gäste hier noch nichts ahnend an ihren Proseccos und speziell angepriesenen Regenbogendrinks des Hauses.

Egli weiss sofort das Eis zu brechen. "Tschuldigung, dass ich Ihre Ruhe störe", meint sie zu den Gästen an der Bar, die etwas baff auf ihren Höckern sitzen. Einige Sekunden später wird bereits über das Wetter geredet, über den Sommer, ob er noch kommen möge oder bleiben wolle.

Oder anders. Beatrice Egli wirkt locker und authentisch. Gut, das «Seedamm Plaza» ist für sie auch kein unbekannter Ort. Es ist ein Stückchen Heimat für sie. Nur einige Hundert Meter entfernt wohnt sie bei ihrer Familie. Trotz ihres Ruhmes in Deutschland und Österreich: Immer noch ist sie in der Schweiz, in ihrem geliebten Pfäffikon, zu Hause.

Was kommt Ihnen zum Thema Heimat in den Sinn?
Heimat ist, wo meine Familie ist. Und daher ist mein Zentrum ganz klar hier in Pfäffikon. Als Schwyzerin sind auch die Mythen meine Heimat. Ich finde es sehr schön, am Morgen früh die Mythen zu besteigen. Wir haben ein unglaublich schönes Wandergebiet im Kanton Schwyz. Ich bin gerne am Wandern und in der Natur. Das bedeutet für mich auch Heimat.

Sie sind also dann und wann auf den Mythen anzutreffen?
Ja. Meistens bin ich sehr früh unterwegs. Mühsam ist nur, dass einem beim Hinuntersteigen immer schon so viele Menschen entgegenkommen – auch wenn man noch so früh wieder runterwandert.

Ist für Sie daran vor allem mühsam, dass Sie von jedem Wanderer erkannt werden?
Nein, nein. Ich empfinde eher die Menschenmassen als anstrengend. Leider herrscht mittlerweile eine richtiggehende Völkerwanderung auf den Mythen. Ich finde es oft erstaunlich, in welchen Schuhen die Menschen daherkommen.

Wo ist Ihr allerliebstes Plätzchen?
Das ist das Stöcklichrüz, mein Onkel hat da eine Alp. Hier hinauf führt meine Bikestrecke Anfang Saison. Wenn ich Ende der Saison locker dort hinaufkomme, weiss ich, dass ich genug trainiert habe. Anfang Saison denke ich immer: Meine Güte! Aber die Fahrt lohnt sich. Es ist so schön da oben. Ich sehe über den ganzen Zürichsee, runter auf mein Zuhause und zum Etzel hinüber. Hey, das ist einfach schön!

Und nach der Verschnaufpause oben geht es im Downhill-Stil runter? 
Nein, nicht wirklich. Ich fahre lieber aufwärts statt abwärts. Beim Abwärtsfahren bin ich gar nicht schnell. Was das anbelangt, bin ich ein richtiger Schisser.

Wie wichtig ist Ihnen Sport?
Für mich ist Sport sehr wichtig. Es ist ein grosser Ausgleich zu meinem sonstigen Leben. Das geniesse ich. Ich fahre diese Strecken seit eh und je.

Sie haben schon immer gebikt?
Ja. Ich finde es auch schön, auf den Meinrad hochzuradeln und dann Richtung Sihlsee zu blicken. Das ist so schön. Leider habe ich heute zu wenig Zeit dafür.

Was lieben Sie am Kanton Schwyz am meisten?
Schwyz hat etwas Urchiges, ist aber trotzdem offen für Neues. Man kann an Traditionen festhalten und erzwingen, aber hier ist es nicht erzwungen.

Was geht Ihnen am meisten auf den Geist am Kanton Schwyz?
Schwierige Frage. Hm, ich kann es nicht auf den Kanton beziehen. Ich liebe das Urchige, Bodenständige. Manchmal ist es mir aber auch zu klein in der Schweiz. Es ist schön, dass man immer an den Nachbarn denkt und aufeinander achtet. Man sollte jedoch nicht ausschliessen, dass es auch ennet den Grenzen Möglichkeiten gibt. Manchmal fehlt das Verständnis dafür, wieso ich mich viel in Deutschland aufhalte. Das ist für mich etwas schwierig.

Wohnen Sie denn auch in Deutschland?
Nein. Ich wohne einzig und alleine hier in Pfäffikon. Ich reise von hier herum. Die letzten fünf Wochen war ich allerdings nur nächteweise hier. Heute Nacht schlafe ich zu Hause, morgen früh gehts wieder mit dem Flieger nach Deutschland. Pfäffikon ist meine Zentrale, aber es geht von hier aus immer sternförmig weiter. Es ist mir sehr wichtig, dass ich das Heimische noch habe. Sonst würde ich meine Familie gar nie mehr sehen.

«Entschuldigung schnell!» Eine Frauenstimme ertönt aus dem Hintergrund. Eine ältere Dame schreitet zur Lounge, wo Beatrice Egli ihr Interview abhält. «Beeeatrice! Wie gehts dir?» – «Gut, danke und dir?» Die Frau klatscht freudestrahlend ihre Hände zusammen: «Schön, dass es dir gut geht. Weisst du, ich habe es ja auch gelesen. Schliesslich und endlich.» Die Frau bemerkt plötzlich, dass sie mitten in einem Interview gelandet ist. «Entschuldigung, wir sind eben fast Nachbarn», sagt sie. Die Frau lacht. Ihr Mann kommt hinzu. Auch er schüttelt Beatrice Egli die Hand. Und auch er beginnt, die Künstlerin mit Fragen zu löchern.

Beatrice Egli lässt sich nicht beirren, sie nimmt sich Zeit für ihre Nachbarn. Herzlich beantwortet sie alle Fragen. "Wie gehts gesundheitlich? Wieso denn die Krücken? Beim Skifahren? Im Deutschen? Und abgenommen hast du auch noch?" Die Fragen sprudeln Beatrice Egli entgegen. «Von der Liebe musst du nichts erzählen», lacht der Mann, "das haben wir alles gelesen." Er lacht und winkt theatralisch ab.

"Du, wir müssen dann noch etwas», lächelt Beatrice Egli und klemmt das nachbarschaftliche Gespräch charmant ab. "Und wenn ihr noch was wissen wollt, fragt meine Eltern, die wissen alles", lacht die Sängerin. Der Mann lacht mit und nimmt seine Frau an der Hand. "Tschüss Beatrice, machs guet. En schöne Abig no."

Können Sie noch durch Pfäffikon laufen, ohne dass Sie angesprochen werden?
Ich werde überall – sei es in der Schweiz, in Deutschland oder Österreich – erkannt und angesprochen. Dies ist aber nicht unangenehm. Die Menschen sind freundlich zu mir. Ich schätze dies sehr. Es ist ein Geschenk, dass die Menschen mich offenherzig begrüssen, mich anlachen. Es könnte ja auch anders sein. Dazu kommt, dass die Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr menschlich sind. Ich meine damit, dass sie dich auch wieder mal in Ruhe weitergehen lassen.

Ihre Tabuzone?
Ich gehe sehr offen mit Begegnungen um. Tabuzone ist für mich, wenn ich am Essen bin. Dann gibt es für mich einfach nur ein "Grüezi". Keine Fotos und auch sonst nichts. Ich habe so wenige Momente mit meiner Familie und Freunden. Wenn ich mit ihnen am Essen bin, möchte ich diesen Moment für mich haben.

Wollen Sie Ihre Familie aus dem Rummel raushalten?
Meine Familie will das von sich aus. Sie will nicht in der Öffentlichkeit stehen. Jedes der Familienmitglieder hat sein eigenes Leben. Meine Eltern führen eine Metzgerei und einen Eventraum. Sie arbeiten sehr viel. Wenn ich in Pfäffikon bin, ist meine Familie einfach froh, mich als Schwester, als Enkelin oder als Tochter zu sehen.

Wie machen Sie das, wenn Sie mal inkognito unterweges sein möchten?
Ich suche mir dann Plätze aus, wo sich nicht viele Menschen aufhalten. In den Bergen ist man sehr ungestört, finde ich. Darum bin ich gerne in den Bergen. Ausserdem funktioniert es gut, wenn man sich völlig unauffällig bewegt. Die Menschen erwarten mich ja nicht. Und dadurch erkennen sie mich oft auch nicht. Ich mache alles wie alle anderen auch, und dadurch falle ich nicht auf. Das ist mein Rezept (lacht).

Ich habe Sie mir schon mit einer Tarnmütze vorgestellt ...
Nein, nein. Ich ziehe im Winter gerne Mützen an und im Sommer gerne Caps. Dies aber wegen des Styles und nicht als Tarnung. Ich lasse mir die Freiheit nicht nehmen, einfach rauszugehen. Darum bewege ich mich jetzt ganz normal auf dieser Welt.

Haben sich die Menschen rund um Sie verändert in der ersten Zeit?
Hm, nein. Aber ich glaube, ich habe mich am Anfang etwas zurückgezogen. Ich war viel müde. Und es war mir manchmal zu viel, mich auch noch privat zu unterhalten. Das hat mein Umfeld sicher zu spüren bekommen. Heute versuche ich, am Leben meiner Freunde und meiner Familie teilzunehmen, soweit dies für mich möglich ist. Wenn eine Freundin von mir die Premiere als Schauspielerin hat, möchte ich das auch sehen und gehe hin. Ich möchte auch eine Freundin sein. Und das gelingt mir jetzt richtig gut. Es hat halt seine Zeit gebraucht, um sich in dieses Leben einzufühlen und damit umzugehen. Jetzt ist es für mich und mein Umfeld völlig normal.

Was machen Sie, um mal für sich alleine richtig abzuschalten?
Ich bin ein Hörbuch-Freak. Hörbücher entspannen mich. Ich liebe es, Geschichten zu hören. Es tönt jetzt lustig, aber ich höre mir auch Globi-Geschichten an. Mit Kindergeschichten kann ich in eine andere Welt eintauchen. Es gibt diese besprechbaren Figuren (Tonies, Anmerkung der Redaktion). Meine Neffen haben daheim so eine Abspiel-Box und die Figur Beatrice.

Figur Beatrice?
Es gibt die unterschiedlichsten Figuren, die du besprechen kannst. Ich habe eine Sängerin gekauft. Und die ist jetzt die Figur Beatrice und erzählt meine Geschichten. Immer wenn sie mich hören wollen, stellen sie mich auf die Abspiel-Box.

Was hören Sie neben Globi und Co?
Ich liebe weiterbildende Hörbücher. Einsteins Gedanken zum Beispiel. Geschichts-Hörbücher finde ich auch toll. Geschichten über Napoleon und Alexander den Grossen. Und ich mag Hörbücher zum Thema mentales Bewusstsein wie Master Key System oder Ähnliches. Ich glaube sehr, dass alles so zurückkommt, wie man ins Universum hinausdenkt.

Sie lieben Geschichten. Schreiben Sie Ihre Geschichten, Ihre Texte auch mit?
Ja, ich schreibe mit, Text und Melodie. Ich würde mich allerdings nie als Komponistin bezeichnen. Ich habe unglaublich viele Ideen. Joachim Wolf, mein Produzent, sammelt dann diese Ideen. Er puzzelt sie so zusammen, dass es einen guten Song gibt.

Gibt es ein Lieblingswort in Ihren Texten?
Früher habe ich mich immer gefragt, wieso die Musiker in ihren Songtexten dauernd Worte wie Herz oder Liebe verwenden. Heute verstehe ich es. Die Bedeutung eines Wortes ist wichtig. Aber der Klang des Wortes ist eben genauso wichtig. Manchmal hätte ich beim Songschreiben ein super Wort bereit, aber es klingt nicht. Wenn es nicht klingt, wird es gegen ein anderes Wort, das klingt, ausgetauscht, obwohl die Bedeutung des ersteren besser gewesen wäre. Der Klang steht an erster Stelle.

Welches Wort klingt für Sie denn superschön?
Hm, das weiss ich jetzt grad nicht. Aber zum Thema schlimme Worte gibt es eine lustige Geschichte. Beim Song "Herz an" hiess eine Textzeile eigentlich "Es ist schliesslich dein Leben". Ich finde "schliesslich" ein schlimmes Wort. Es zischt. Ich habe dann einfach "Es ist wies Lichterleben" gesungen, weil es besser geklungen hat. Diese Textzeile verstehen viele Fans akustisch nicht. Bis jetzt habe ich etwa acht Versionen gehört. Menschen hören eh das, was sie hören wollen. Bei meinen Liveauftritten singen die Fans immer "Scheiss doch auf die Regeln". Ich singe "Pfeif doch auf die Regeln". (lacht)

Ein Song heisst "Wahrheit oder Pflicht". Wofür würden Sie sich entscheiden?
Wahrheit ist für mich etwas sehr Wichtiges, in allen Beziehungen im Leben. Ich kann auch verzeihen, wenn man mir die Wahrheit sagt. Man kann über alles reden.

Und wie halten Sie es mit der Pflicht?
Gewisse Sachen sind Pflicht im Leben. Für jemanden da zu sein zum Beispiel. Das Wort Pflicht ist oft negativ belastet. Es kann aber auch positiv sein. Als mein Bruder heiratete, war dies ein fester Bestandteil meiner Agenda. Ein Muss – im positiven Sinne.

Was ist für Sie "Wohlfühlgarantie"?
Auf der Bühne stehen. Ab Ende Oktober bin ich endlich wieder auf Tournee. Tournee ist für mich als Künstlerin das Schönste, was es gibt. Konzerte und Auftritte sind schön, aber Tournee mit einer kompletten Crew von 60 Menschen ist einfach das Ultimative. Für meinen Ausgleich brauche ich natürlich die Natur und meine Familie.

Sie haben als Bonustrack "Alperose" auf der Special-Edition-CD ...
"Alperose" ist meine eigene Nationalhymne. Ich singe den Song seit meiner ersten Tournee – auch in Deutschland. Seit fünf Jahren begleitet mich dieser Song. Und darum wollte ich ihn auf dem Album haben. Es ist schon speziell, dass der Song jetzt in Deutschland und Österreich so oft verkauft wird. Das ist das erste Mal, dass ich einen Song in Mundart veröffentliche.

Hören Sie selber Mundartmusik?
(sofort) Ja, Trauffer! Ich mag ihn als Künstler, und wir verstehen uns persönlich sehr gut. Ich teile oft mit ihm die Bühnen. Gölä finde ich auch einen coolen Typ. Und ich bin überglücklich, dass er wieder Schweizerdeutsch singt.

Googeln Sie sich selber ab und zu?
Nein, dazu komme ich nicht und möchte ich auch nicht kommen. Aber lustigerweise bekomme ich halt trotzdem alles mit (lacht).

Was war die schlimmste Schlagzeile?
Dass ich keine Autogramme gebe und Fotos mit Fans verweigere. Diese Geschichte habe ich gar nicht verstanden. Ich habe meine liebe Mühe damit, wenn jemand etwas nur vom Hörensagen schreibt. Vom Hörensagen lernt man Lügen. Dass Schöne an der Geschichte war damals, dass sich meine Fans liebevoll hinter mich stellten. Sie haben mich ja anders erlebt. Wenn man mir mal etwas andichtet, ist das okay. Aber in diesem Fall war es schlichtwegs nicht wahr. Es stecken humane Gründe dahinter, wenn ich mal kein Autogramm geben kann.

Welche Schlagzeile würden Sie sich wünschen?
Die steht schon: "Beatrice Egli auf Platz 1 der Schweizer Charts."

Mussten Sie sich auch schon vor einem Fan retten?
Nein, aber ich musste schon viele Fans beruhigen. Es gibt Menschen, die brechen in Tränen aus, wenn sie mich das erste Mal antreffen. Dann habe ich auch schon mal den einen oder anderen Fan getröstet.

Das ist ja lieb. Sie wirken sowieso ohne Ende sympathisch. Verraten Sie es uns, was ist Ihre grösste Macke?
Ich bin extrem ungeduldig. Und ich bin nicht immer gechillt, wenn Flieger annulliert werden, wenn ich im Stau stehe und wenn ich Hunger habe. Oh ja: Und wenn ich aufs WC muss, und es kommt keine Raststätte. In solchen Momenten bin ich nicht so tiefenentspannt.

Das ist völlig normal. Gibt es denn wirklich keine böseren Seiten an Ihnen?
Sicher ecke ich auch mal an. Wenn mein Koffer Übergewicht hat und die Frau am Check-in-Schalter mich deswegen bösartig anfährt, dann werde ich laut. Es muss mich niemand zurechtstauchen, weil mein Koffer zu schwer ist. Schon gar nicht, wenn ich eigentlich mehr Kilogramme mitnehmen darf, weil ich Vielfliegerin bin. Das regt mich auf.

Beatrice Egli steht auf und mimt die Frau am Flughafenschalter. "Frau Egli! Hängen Sie Ihren Koffer hin." Sie enerviert sich. "Das ist jetzt echt kein Witz! Das Flughafenpersonal hat so eine spezielle Waage, und mit der wiegen sie meinen Koffer – hängend! Es ist mir egal, wenn mein Koffer gewogen wird, aber bitte nicht mit diesem blöden Ding!"

Manchmal fühle sie sich richtig schikaniert, sagt sie und äfft erneut die Frau am Check-in-Schalter nach: "Ja, Frau Egli, das gilt auch für Sie!"

Beatrice Egli schnauft einmal tief durch. Fliegen ist anscheinend ihr wunder Punkt. Irgendwie ist dies aber auch verständlich, denn sie fliegt oft dreimal am Tag. Und wenn man sich eine Weile mit der Schlagersängerin aufhält, merkt man, dass sie keine Sonderbehandlungen braucht und wünscht, weder beim Fliegen noch sonst wo.

Fürs Fotoshooting rückt sie selber die Stühle und Tische zurecht. Sie hilft mit, wenn es darum geht, einen passenden Drink für die Fotografie auszuwählen, oder denkt mit, wenn es ums Einlösen des Parktickets geht. Diese Frau wirkt geerdet. Auch wenn sie losfliegt. Weit hinauf. In den Schlagerhimmel. Sie strahlt. Auch der Zielanflug mit ihrem neuen Album im vergangenen März ist ohne Ruckeln geglückt: Sie ist nach wenigen Tagen auf Platz 1 der Schweizer Hitparade gelandet.

 

Quelle: Sächsische Zeitung /  Kathrin Schade

„Liebesbotin zu sein, ist herrlich“

Herbsttour, Kuppelshow, Wohlfühlgarantie, Rüdiger – über all das sprach die SZ mit Schlagerstar Beatrice Egli

 

Schlagerstar Beatrice Egli wirkt wie ein Glückskind, dem alles in den Schoß fällt. Dabei hat die Schweizer Frohnatur in ihrem jungen Leben schon einiges durchgemacht. Bevor sie in der Casting-Show DSDS entdeckt wurde, musste die Metzgertochter mit so mancher Niederlage fertig werden. Das hat sie zweifellos geprägt. Auch wenn es gerade bestens läuft, die schweren Zeiten vergisst die 30-Jährige nie.

Beatrice, Sie stehen ja nicht erst seit Ihrem Superstar-Sieg 2013 auf der Bühne.

.Genau. Seit ich neun Jahre alt bin ist es mein Traum, Schlagersängerin zu werden. Schon mit 14 war ich jedes Wochenende als Alleinunterhalterin unterwegs. Sang auf Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder Dorffesten. Ich habe wirklich jede Bühne genutzt, um mir meinen Traum zu erfüllen. Zehn Jahre lang habe ich in Einkaufszentren gesungen. Die Leute sind an mir vorbeigegangen. Damals nahm kaum jemand Notiz von mir. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Doch diese Phase meines Lebens war für mich sehr wichtig: Statt aus dem Nichts ins Rampenlicht zu fallen, habe ich diese zehn soliden Ausbildungsjahre hinter mir. Hinzukommt, dass meine Schlageraffinität schon immer belächelt wurde. Aber das hat mich noch mehr vorangetrieben, mein Ding durchzuziehen.

Ihr Wunsch, Superstar zu werden, hat sich erfüllt. Läuft alles so, wie Sie sich es damals erträumt haben?

Oh ja. Ich hatte gewonnen und mir vorgenommen, das Beste daraus zu machen. Nun sind schon wieder fünf Jahre vergangen und mich gibt es noch, sogar erfolgreicher denn je. Ich bin stolz und glücklich darüber. Schließlich durfte ich mich in den letzten Jahren auch in anderen Bereichen ausprobieren.

Zum Beispiel?

Als Moderatorin. Ich habe neun eigene Schlagersendungen im ARD-Fernsehen moderiert. Auch davon habe ich früher geträumt.

Ihre aktuelle CD heißt „Wohlfühlgarantie“. Was bedeutet für Sie sich wohlfühlen?

Wohlfühlen heißt für mich nicht, stehenzubleiben und es sich bequem zu machen. Sondern dazu gehört für mich vieles. Einerseits die Bühne, auf der ich mich total wohlfühle, immer sicherer und heimischer werde. Weil ich mutiger geworden bin, mich mit allen Facetten zeige. Und natürlich gehört auch der Ausgleich zum Privaten dazu: auf Berge kraxeln, mit dem Fahrrad durch die Stadt radeln, sich mit Freunden treffen, die Familie besuchen. Ich glaube, jeder Mensch braucht eine Art Wohlfühlgarantie. Man muss nur auf seine innere Stimme hören, die einem sagt, was einem gut tut. Das kann etwas Beruhigendes sein, oder auch Bewegung und pure Energie. Ich denke, mein Album ist eine gute Mischung aus beidem.

Ihr mittlerweile 5. Album ist – wie ich finde – eine gelunge Mischung aus Schlager, Pop und Dance bis hin zu Latinoklängen, Electro, ja sogar Hardrock. Wie viel Einfluss haben Sie beim Entstehen eines neuen Albums und Bühnenprogramms?

Als Moderatorin. Ich habe neun eigene Schlagersendungen im ARD-Fernsehen moderiert. Auch davon habe ich früher geträumt.

Ihre aktuelle CD heißt „Wohlfühlgarantie“. Was bedeutet für Sie sich wohlfühlen?

Wohlfühlen heißt für mich nicht, stehenzubleiben und es sich bequem zu machen. Sondern dazu gehört für mich vieles. Einerseits die Bühne, auf der ich mich total wohlfühle, immer sicherer und heimischer werde. Weil ich mutiger geworden bin, mich mit allen Facetten zeige. Und natürlich gehört auch der Ausgleich zum Privaten dazu: auf Berge kraxeln, mit dem Fahrrad durch die Stadt radeln, sich mit Freunden treffen, die Familie besuchen. Ich glaube, jeder Mensch braucht eine Art Wohlfühlgarantie. Man muss nur auf seine innere Stimme hören, die einem sagt, was einem gut tut. Das kann etwas Beruhigendes sein, oder auch Bewegung und pure Energie. Ich denke, mein Album ist eine gute Mischung aus beidem.

Ihr mittlerweile 5. Album ist – wie ich finde – eine gelunge Mischung aus Schlager, Pop und Dance bis hin zu Latinoklängen, Electro, ja sogar Hardrock. Wie viel Einfluss haben Sie beim Entstehen eines neuen Albums und Bühnenprogramms?

Natürlich einen großen. Ich bin bei allen Entscheidungen dabei, bin voll involviert. Aber ich habe da auch ein großes Vertrauen in meinen Produzenten und Bandleader Joachim Wolf. Er überwacht nicht nur das Musikalische, sondern das Gesamtbild. Ich vertraue ihm voll und ganz, dass alles in meinem Sinne passiert. Auch das ist für mich ein Stück Wohlfühlgarantie.

Am 28. Oktober starten Sie Ihre große Herbsttour in Regensburg. Tags darauf gastieren Sie im bereits ausverkauften Kulturpalast in Dresden. Was erwartet die Zuschauer? Oder wie Sie es mit ihrem Ohrwurm sagen: „Was geht ab?“

Ich nehme mir sehr nahestehende Menschen mit auf meine Tour – die viel über mich wissen und viel über mich erzählen können, die zu mir stehen. Welche Funktion sie haben, wird das Publikum während der Show sehen. Auf jeden Fall präsentiere ich mein Wohlfühlgarantie-Album, aber auch ältere Songs.

Sie reisen mit Band, nicht mit Musik aus der Konserve. Wie wichtig ist das für Sie?

Für mich ist es das Schönste, mit Band unterwegs zu sein. Das hat etwas rock’n’rolliges, spontanes, was ich sehr mag. Seit fünf Jahren habe ich meine feste Band. Sie ist meine zweite Familie geworden. Wir verbringen miteinander viel Zeit auf und hinter der Bühne. Zeit, um sich auszutoben, viele Dinge auszuprobieren, Lieder neu zu interpretieren. Diese Phase haben wir gerade. Das macht uns sehr viel Spaß. Das Resultat erleben die Zuschauer auf der Tour.

Wie hat Ihnen der „Ausflug“ in die Schauspielbranche gefallen? Immerhin waren Sie in drei Folgen der TV- Serie „Sturm der Liebe“ zu sehen.

Auch mit diesem Ausflug, wie Sie es sagen, konnte ich mir einen großen Traum erfüllen. Eigentlich bin ich ja nicht so ein Serien-Gucker, da ich wenig Zeit habe, allerdings immer neugierig bin, wie es weitergeht. Aber diese ARD-Telenovela liebe ich, und ich bin stolz, dass ich mit der Gastrolle meine Schauspielkünste wieder auffrischen konnte. Denn ich habe ja 2011 Schauspielkunst in Hamburg studiert.

Was sind Sie eigentlich von Beruf?

Ich habe eine Ausbildung als Friseurin absolviert. War allerdings nur ein Jahr in diesem Beruf tätig.

Apropos Frisur. Sie tragen Ihr Haar jetzt kürzer.

Ja, das war so eine spontane Idee von mir. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich kurze Haare habe. Und erstaunlicherweise habe ich mich mit der neuen Frisur sofort wohlgefühlt. Denn ansonsten brauche ich immer etwas Zeit, mit einem neuen Schnitt klarkommen. Ich glaube, es war mal echt Zeit für eine Veränderung. Und: die habe ich für mich gemacht – für keinen Mann. (lacht)

Und wie sieht es bei der Auswahl Ihrer Kleidung aus? Entscheiden Sie über Ihr Bühnenoutfit?

Es gibt nur ein Credo für mich: In dem, was ich anhabe, muss ich mich wohlfühlen. Ob es gerade in oder out ist, ist mir völlig egal.

Sängerin, Schauspielerin, Moderatorin - jetzt fungieren sie auch noch als Amor in einer neuen Doku-Soap. Können Sie darüber schon mehr verraten?

„Schlager sucht Liebe“ wird eine facettenreiche TV-Sendung mit viel Herz und Musik. Ich freue mich, Liebesbotin spielen zu dürfen. Ob und wer sich von den Single-Kandidaten verliebt, darf ich leider nicht verraten.

Wann wird die Show zu sehen sein?

Der Ausstrahlungstermin bei RTL steht noch nicht fest. Da müssen wir uns alle noch etwas gedulden.

Und wie sieht es bei Ihnen selbst aus – sind Sie verliebt, verlobt ...?

(lacht) Ich bin derzeit weder verliebt, noch verlobt und es ist auch nichts verflixt. Ich bin rundum glücklich, genieße die Zeit als Single. Und wenn es einmal anders kommt, freue ich mich auch.

Auf Ihrem Instagram-Kanal stellten Sie mit viel Augenzwinkern Ihren neuen Freund Rüdiger vor. Offensichtlich war da schnell die Luft raus ...

Oh ja, die Aktion war ein Gaudi. Ich hatte den idealen Wegbegleiter gefunden. Leider sind die Zukunftspläne mit ihm geplatzt. (lacht) Für alle, die noch nicht wissen, was da lief: Rüdiger war ein großer Herzluftballon-Mann mit Füßen, Händen und einem breiten Lachen im Gesicht.

 

Quelle: Sächsische Zeitung / Anja Beutler

„Für mich ist die Gegend vertraut“

Sängerin Beatrice Egli über Auftritte in der Oberlausitz, das Doppelkonzert mit Ben Zucker in Kemnitz und ihre Pläne.

 

Zum ersten Mal ist die Schweizer Sängerin Beatrice Egli beim Oberlausitzer Oktoberfest in Kemnitz zu Gast. Sie wird am Freitag gegen 22.15 Uhr die Bühne nach dem Konzert von Ben Zucker betreten. Im Interview verrät sie, warum sie sich auf den Auftritt besonders freut:

Frau Egli, bei der Gala zur Verleihung der Goldenen Henne vor einer Woche haben Sie Ben Zucker getroffen. Haben Sie darüber gesprochen, dass sie beide am Freitag in Kemnitz auftreten?

Ben Zucker und ich treffen uns in letzter Zeit sehr oft. Es ist keine Seltenheit, dass wir uns auf der Bühne abklatschen. Ich freue mich sehr, dass er in Kemnitz auch da sein wird. Für das Publikum ist das musikalisch eine große Abwechslung, da ist an dem Abend das Angebot breit gefächert.

Sie sind im April im Westparkcenter in Zittau vor rund 1 000 Fans aufgetreten, jetzt in Kemnitz – kennen Sie die Gegend inzwischen?

Für mich ist die Gegend vertraut. Ich bin gerne unterwegs und hier in der Region hat das Publikum immer gute Laune und feiert gern. Ich habe nur die besten Erinnerungen und hoffe, dass ich hier noch viele Konzerte geben kann.

Woran liegt das?

Ich glaube schon, dass in der Region der Zusammenhalt sehr groß ist, das spürt man auch als Sänger. Da gibt es eine andere Kraft, eine Dynamik, das ist schon herausragend.

Sie treten im Zelt auf – nicht in einer Halle. Ist das für Sie ein Unterschied?

Zelt ist doch gut – bei manchen Open Airs wäre man manchmal froh über ein Zelt. Ich bin an vielen Orten aufgetreten – Zelt, Halle, Open Air, es ist immer aufregend. Und das Ziel ist immer gleich – mit dem Publikum eine Einheit sein. Dafür kommt es sehr aufs Publikum an, nicht auf die Lokalität. Ich versuche immer, die Menschen in eine andere, schöne Welt zu entführen.

Sind Sie ein Oktoberfest-Fan?

Ehrlich gesagt, bin ich noch nie privat auf einem gewesen und kann mir deshalb kein Werturteil erlauben. Aufgetreten bin ich auf solchen Festen schon – da war immer eine gute Stimmung und ich mag ja Geselligkeit und das Beisammensein.

Werden Sie ein bisschen Zeit haben, sich in Kemnitz und auf dem Oktoberfest umzusehen?

Eher nicht. Wir kommen zum Auftritt aus Mannheim, direkt von den Proben zu meiner großen Tour, die am 28. Oktober startet. Wir fahren im Anschluss auch gleich wieder zurück, um weiter proben zu können. Der Auftritt in Kemnitz ist sozusagen eine kleine Unterbrechung, wo wir feiern und einfach mal den Kopf ausschalten können. Darauf freue ich mich mit meiner Band schon.

Wird der Oktoberfest-Auftritt schon Elemente Ihrer Tour haben?

Auf Tour biete ich ein ganz anderes Programm in einer ganz anderen Dimension. Da wird man Facetten von mir erleben, die man sonst noch nicht so kennt.

Eine Show wie bei Helene Fischer?

Nein (lacht), nicht wie bei Helene und das ist gut so. Bei mir ist das eher mehr mit Humor verbunden.

Was erwartet denn das Publikum in Kemnitz: Die Lieder des neuen Albums oder einen Querschnitt?

Es wird ein Querschnitt sein, aber ich werde natürlich auch ein paar Häppchen mit neueren Sachen dabei haben. Ich will ein mitreißendes Programm bieten und mit dem Publikum Spaß haben.

Sie sind vielseitig unterwegs: als Sängerin, Schauspielerin, Moderatorin. Wohin geht die Reise für Beatrice Egli?

Mein Herzenswunsch, ist, dass ich gesund bleibe und mir die Freude an dem, was ich tue, erhalten bleibt. Ich will noch viele neue Facetten entdecken, auch beim Schauspielern habe ich noch große Träume. Jetzt bin ich erst einmal mit meiner Wohlfühlgarantietour unterwegs und freue mich, wenn viele Fans kommen.

Kommen Sie noch mal nach Kemnitz?

 

Ja, vielleicht, mal sehen, ob es noch einmal klappt und wie das Konzert wird.

 

Quelle: .my-health / Martin Brunner

"Die Seele muss eben auch ankommen"

Beatrice Egli über Leidenschaft, Ruhephasen und ihre neue Energie

Frau Egli, in der Boulevardpresse wird immer wieder über Ihr Privatleben und Ihre Figur spekuliert. Wie gehen Sie damit um?

Am Anfang war das schon sehr verwirrend. Ich dachte: Das sind doch alles Äusserlichkeiten, darum geht es doch gar nicht. Inzwischen habe ich da mehr Abstand. Mein Fokus liegt ganz klar woanders. Zum Glück gibt es viele Menschen, die das genauso sehen. Sie wollen über das wirklich Wichtige sprechen, über das Innere. Genau das möchte ich mit meiner Musik auch.

Ihr Sieg bei DSDS 2013 hat Sie über Nacht bekannt gemacht. Wie haben Sie Ihren Durchbruch erlebt?

Ich habe mich absolut gefreut! Vieles habe ich aber auch gar nicht realisiert. Im Nachhinein war ich wie in einem Fluss, in dem ich mich treiben lassen habe. Oft konnte ich die Landschaft am Ufer gar nicht richtig sehen. Heute ist es mir viel bewusster, wo ich bin, und kann bestimmen, wo ich hin will. Das habe ich aber auch erst während meiner Auszeit in Australien gelernt.

Wie kam es zu dieser Auszeit?

Ich bin mit meiner ganzen Leidenschaft in der Musik aufgegangen. Das war sehr intensiv, ich habe es immer mehr zu spüren bekommen. Am Ende stand ich mit 40 Grad Fieber auf der Bühne und war physisch völlig am Ende. Wenn der Körper an diesem Punkt angelangt ist, steckt wie bei so vielen Krankheiten die Seele dahinter. Ich hatte mich vergessen, hatte meine Balance verloren. In diesem Moment habe ich gemerkt: Ich brauche eine Auszeit.

Und warum ausgerechnet in Australien?

Mein Opa hat mir früher davon erzählt, das hat mich immer begeistert. Ich wusste: Da wirst du irgendwann mal hinfahren! Schon allein die Distanz ist beeindruckend. Viel weiter weg geht es ja nicht. Aber diese Distanz schafft zugleich auch Nähe zu dem, was man zurückgelassen hat.

Wie haben Sie denn die Zeit in Australien verbracht?

Die Reise fing in Brisbane an, dann ging es mit dem Wohnwagen nach Melbourne. Dort habe ich auf einer kleinen Halbinsel drei Wochen lang ganz beschaulich gelebt: einkaufen, kochen, mit den Nachbarn plaudern. Zwischendurch habe ich immer wieder Ausflüge ins Landesinnere gemacht, natürlich auch zum Uluru, wie Ayers Rock in der Sprache der Aborigines genannt wird.

Wie hat Sie diese Auszeit verändert?

Es sind ganz viele kleine Dinge, die den Unterschied machen. Ich halte mir einen Tag in der Woche frei, achte auf Pausen und regelmässige Essenszeiten. Da werde ich manchmal auch sehr streng, weil Ausnahmen schnell zur Regel werden. Und ich möchte meine innere Balance auf keinen Fall wieder verlieren.

Ganz konnten Sie es aber doch nicht lassen: In Australien haben Sie ein Album aufgenommen.

Ja, es musste einfach aus mir raus! Mir fehlte die Musik, auch wenn ich noch nicht wieder soweit war, dass ich mich nach der Bühne sehnte. Gerade weil kein neues Album angekündigt war und es keine Erwartungen gab, spürte ich keinen Druck. Da sprudelte die Kreativität förmlich über. Wir haben das Kinderzimmer der Wohnung in Melbourne zum Studio umgebaut und schon ging es los.

Sie sind fest im Schlager verwurzelt. Wie haben Sie zu dieser Musik gefunden?

Meine Familie ist sehr schlageraffin. Ich höre Schlager, seit ich denken kann. Als ich neun Jahre alt war, habe ich zum ersten Mal Musik gemacht und bin mit einem Freund der Familie aufgetreten. Seitdem macht es mir unglaublich viel Spass, wenn alle mitsingen und einfach einen schönen Moment teilen.

Die ewige Frage: Andrea Berg oder Helene Fischer?

Ich mag beide sehr – Ihre Musik lässt sich nicht vergleichen, dafür ist sie zu verschieden. Überhaupt ist Schlager total vielseitig. Sehr beeindruckt hat mich immer Vicky Leandros. Mary Roos ist heute eine wichtige Person in meinem Alltag, mit ihr kann ich mich über die Musik, aber auch das Leben ganz allgemein austauschen. Ihr Lied «Aufrecht geh’n» bedeutet mir sehr viel. Die Tiefsinnigkeit habe ich erst später erkannt.

Wie unterscheidet sich Ihr aktuelles Album «Natürlich!» von den vorherigen Alben?

Es zeigt eine andere Facette von mir und ist vielleicht noch näher an mir und meinen Gefühlen dran. Musikalisch ist es etwas gewagt. Da gibt es Rhythmen und Instrumente wie etwa das Didgeridoo, die so noch nie im Schlager verwendet wurden.

Sie sind nicht nur als Sängerin, sondern auch als Moderatorin, Schauspielerin und Synchronsprecherin aktiv und auf Jahre ausgebucht. Woher nehmen Sie die Energie für Ihren vollen Terminkalender?

Es ist es sehr beruhigend zu wissen, dass ich so lange beschäftigt bin. Das ist ja nicht selbstverständlich in unserer schnelllebigen Zeit. Es erfordert aber auch eine Menge Ausdauer, über lange Strecken belastbar zu bleiben. Wie alle Menschen habe ich auch Tage, die mehr als andere an den Kräften zehren. Deshalb sind mir Momente der Besinnung, Ruhepausen und Sport sehr wichtig. Ich bin dann in der Natur, wandere gern oder fahre Rad.

Wie anstrengend sind Konzerte für Sie?

Überhaupt nicht! Auftritte geben mir mehr, als sie mir abverlangen. Aber das Reisen ist anstrengend. An manchen Tagen bin ich in vier Städten. Da erwische ich mich auch mal dabei, dass ich mich frage: Wo bin ich gerade überhaupt? Die Seele muss eben auch ankommen.

Eine andere Herausforderung ist der Schlaf.

Wie meinen Sie das?

Das ist ein Problem, mit dem sich viele Kollegen abmühen: Unterwegs kommt der Schlaf oft zu kurz, weil die Nächte durch die Reisen kurz sind. Das lässt sich leider nicht immer gut planen. Ich habe da eigentlich Glück. Ich bin wie ein kleiner Koala: Ich kann immer und überall schlafen. Aber die kleinen Nickerchen geben mir nicht zurück, was nachts fehlt.

Hier und da wäre zwar eine Stunde mehr drin, aber auf Tour sind wir im Team wie eine eingeschworene musikalische Familie. Da reisen wir alle gemeinsam an und natürlich bin ich auch beim Soundcheck dabei. Also bekomme ich genauso viel – oder wenig – Schlaf wie das ganze Team.

Ihre Karriere ist ungebrochen erfolgreich. Worauf sind Sie besonders stolz?

Es gibt viele schöne Momente, aber am meisten bedeutet mir, dass ich es geschafft habe, wieder aufzustehen, als ich am Tiefpunkt war.

 Und wie geht es weiter?

Das Leben bleibt ein Abenteuer – und ich bin bereit für neue Herausforderungen. Ich wünsche mir nur eins: dass ich noch lange das machen kann, was mich glücklich macht.

In Ihrer aktuellen Single "Terra Australia" singen Sie: "Irgendwann bleib ich für immer da." Werden Sie auswandern?

Das kann passieren! Australien ist einfach wunderbar. Vielleicht werde ich noch einmal später für längere Zeit oder im Herbst meines Lebens dorthin reisen. Jetzt im Moment sicher nicht, aber für die Zukunft ist das nicht ausgeschlossen.

Quelle: Blick

 

Tour abgesagt – so erlebt Beatrice Egli (31) den Corona-Lockdown

„Bei mir flossen Tränen“

Auch Beatrice Egli sitzt wegen der Corona-Krise zu Hause am Zürichsee. Der Lockdown sei für sie eine emotionale Achterbahnfahrt, erzählt die Schlagersängerin im Interview.

 

Heute kommt die SRF-Erfolgssendung „Happy Day“ ganz anders daher: Mit Schaltungen aus dem Studio überraschen Röbi Koller (62) und Kiki Maeder (39) Menschen in der ganzen Schweiz. Mit einem speziellen Truck fuhren die beiden durchs Land, um Menschen, die durch die Corona-Krise getrennt waren, zumindest für einen kurzen Moment wieder zu vereinen. Auch Beatrice Egli (31) hat einen Platz in der Sendung: Sie gab für die isolierten Bewohner des Altersheims Bergli in der Stadt Glarus ein Konzert.“Das war auch für mich ein Happy Day“, meint Egli.

BLICK: Der Auftritt im Altersheim war auch Happy Day für Sie? Wie meinen Sie das?
Beatrice Egli:
 Durch die Corona-Krise sind all meine Konzerte abgesagt worden. Ich vermisse das Reisen und auf der Bühne zu stehen. Beim Auftritt im Altersheim konnte ich mit den Bewohnern gemeinsam einen emotionalen, berührenden Auftritt erleben.

Welche Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen?
Sonst trete ich meistens mit Band auf, hier war nur mein Gitarrist dabei. Wir beide waren auf einer Wiese vor dem Altersheim und spielten die Songs mit der nötigen Distanz zum Publikum. Autogramme konnte ich keine verteilen. Dafür habe ich schon welche vorgeschrieben, die man erst, nachdem sie 24 Stunden nicht berührt worden waren, an die Bewohner verteilte.

Wie waren die Reaktionen?
Die Bewohner haben mich sehr berührt. Viele meinten, sie würden mich aus dem Fernsehen kennen und hätten nie gedacht, dass ich mal bei ihnen singe. Und auch für mich war es etwas Besonderes: Es tanzte zwar niemand auf den Tischen, aber man hat die Freude in den Augen der Bewohner gesehen. Und es war mal ein Konzert, ohne die vielen filmenden Handys in der Luft (lacht).

Sie sind seit dem Corona-Lockdown in Ihrem Zuhause am Zürichsee, ganz in der Nähe der Familie. Wie erleben Sie diese Zeit?
Es ist ein Auf und Ab, eine emotionale Achterbahnfahrt. Aber ich mache das Beste daraus, versuche in meiner Musik zu versinken und arbeite am neuen Album. Das ist Balsam für meine Seele. Natürlich habe auch ich nicht nur leichte Gedanken.

Was beschäftigt Sie?
Als ich meine Tour im Frühling absagen musste, flossen bei mir die Tränen. In diesen Momenten werde ich sehr schwach. Ich bin mir auch bewusst, dass das Ende des Event-Verbots wohl gestaffelt verkündet wird und es noch eine sehr lange Zeit keine grossen Konzerte geben wird. Umso grösser ist die Wertschätzung, sobald ich wieder auf die Bühne darf. Und dann feiere ich gleich doppelt und dreifach mit meinem Publikum.

Vor einem Jahr dachten Sie laut über einen Wegzug aus der Schweiz nach. Jetzt wohnen Sie wieder in der Nähe Ihrer Familie bei Pfäffikon SZ. Sind Sie in dieser Zeit froh, der Heimat treu geblieben zu sein?
Ja, ich schätze es sehr, so nah bei meinen Liebsten zu leben, und hatte viel Zeit, um meine neue Wohnung einzurichten. Trotzdem kenne ich meine eigenen vier Wände jetzt schon gut und vermisse es, täglich an einem anderen Ort zu sein. Ich lebe lieber aus dem Koffer als aus dem Kleiderschrank.

Wie verbringen Sie die Tage?
Tagsüber mache ich organisatorische Dinge, abends ist meine kreative Phase, in der ich an Musik arbeite. Ich genieße es, für einmal genug Zeit zu haben. Darum gehe ich täglich eine Stunde nach draußen in die Natur, das gibt mir Kraft. Einmal wöchentlich besuche ich meine Großeltern im Altersheim. Dort stehe unter ihrem Balkon, und wir schwatzen übers Telefon. Nachdem ich ihnen von meinem „Happy Day“-Konzert erzählt habe, wollen Sie, dass ich das auch bei ihnen mache. Das nehmen wir nächstens in Angriff.

Wie groß ist Ihre Angst vor dem Coronavirus?
Ich habe einige gute Freunde, die daran erkrankt sind. Alle haben es glücklicherweise gut überstanden und hatten keinen kritischen Verlauf. Darunter sogar jemand, der erst vor einem Jahr am Herz operiert wurde. Das nimmt mir zu einem gewissen Grad die Angst vor der Krankheit. Trotzdem halte ich mich weiter an die BAG-Vorschriften.

Wie isolieren Sie sich?
Ganz zu Beginn des Lockdowns habe ich mich zwei Wochen alleine isoliert, da ich von Reisen zurückkam. Jetzt sehe ich den engsten Familienkreis – natürlich mit Abstand. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so lange daheim war. Auch vor meinem „DSDS“-Sieg vor sieben Jahren war ich stets unterwegs.

Wie steht’s um die Metzgerei Ihrer Familie?
Den Ausfall des Caterings bis im Juni bekommen meine Eltern und meine Brüder klar zu spüren. Dafür wird im Laden umso fleißiger eingekauft. Die Leute scheinen derzeit viel gemeinsam zu Hause zu kochen.

Sie auch?
Sicher ist: Der Gang zum Kühlschrank ist auch für mich ein fleißiger! (Lacht) Ich koche klar mehr als zu normalen Zeiten. Aber ich bewundere alle Hausfrauen, die täglich ein anderes Gericht auf den Tisch zaubern. Mein Koch-Talent reicht nur für zehn bis zwölf Tage.

Was haben Sie in dieser Zeit zu Hause für sich entdeckt?
Ich verbringe viel mehr Zeit auf sozialen Medien, dafür hatte ich vorher weniger Zeit. Ich schreibe auf Facebook und Instagram mit Fans, schaue ihre Profile an und gebe Likes und positive Energie. Es macht schon ein bisschen süchtig. Manchmal merke ich erst nach drei Stunden, wie lange ich nun schon da dran sitze (lacht). Ich bin froh, wenn ich wieder unterwegs bin und allen Menschen wieder im wahren Leben begegnen kann.

Wie sieht’s bei Ihnen in der Liebe aus?
Das fragen Sie in Zeiten, in denen man niemanden kennenlernen kann? (Lacht)

Vielleicht haben Sie ja kurz vor Corona-Zeiten jemanden kennengelernt und lernen sich nun in Quarantäne besser kennen?
Stimmt, das wäre möglich. Aber nein: Zuerst war meine Isolation komplett alleine, jetzt im engen Familienkreis. Es ist also alles so wie vor Corona-Zeiten. Ich bin noch Single.

Quelle: Blick  / Michel Imhof

Das grosse Corona-Interview mit Beatrice Egli

"Nach meinem Beziehungsstatus gefragt zu werden, nervt mich"

Der Corona-Lockdown traf auch Beatrice Egli mit voller Wucht. Das Reisefüdli sass plötzlich in ihrer Wohnung am Zürichsee fest, Konzerte wurden abgesagt. Trotzdem findet sie mit neuer Motivation aus der Krise.

Der Corona-Lockdown traf auch Beatrice Egli (32) mit voller Wucht. Das Reisefüdli steckte plötzlich in ihrer Wohnung in Pfäffikon SZ fest, Konzerte wurden abgesagt. Doch statt nur rumzusitzen, nahm sich die Schwyzerin Zeit, an neuer Musik zu arbeiten und die Schweiz zu erkunden. BLICK trifft die "DSDS"-Sängerin unweit von ihrem Zuhause, im Wallfahrtsort Einsiedeln, zum Interview. "Ja, ich bin immer noch Single", stellt die Frohnatur gleich zu Beginn lachend klar.

BLICK: Eine Frage, die Sie immer wieder hören. Zugegebenermassen auch von mir.
Beatrice Egli:
 Ja, praktisch bei jedem Interview (lacht). Ich muss zugeben, dass ich das immer ganz okay fand, weil es mich bei anderen auch interessiert. Aber mittlerweile nervt es mich, ständig nach meinem Beziehungsstatus gefragt zu werden. Die Frage ist etwas "abgenutzt".

Der Corona-Lockdown fesselte auch Sie an Ihre Wohnung. Gab es da Momente der Einsamkeit?
Klar, ich hatte viel Zeit für mich. Das habe ich aber genossen. Ich dachte oft an Familien mit Kindern, wie anspruchsvoll diese Zeit sein muss – mit Homeschooling und der Arbeit. Da hatte ich es im Vergleich gut.

Wie schwierig war es für Sie, nicht ständig unterwegs zu sein?
Ich war mehrmals sehr froh, dass ich im letzten Jahr meinen mehrwöchigen Trip durch Australien gemacht hatte. So hatte ich die Zeit, in der ich mich mit mir selbst auseinandersetze, schon durch. Klar, gab es anfangs eine Art Schockstarre. Aber ich habe dann bald die Zeit genutzt und an neuer Musik gearbeitet.

Wann können wir wieder Konzerte wie vor der Corona-Zeit erleben?
Ich habe die Hoffnung, dass das schon nach Silvester wieder möglich sein kann. Wenn ich das alles aber nüchtern betrachte, denke ich, dass wir auch noch im Sommer 2021 damit kämpfen werden. Dass dann Open Airs wieder durchgeführt werden, ist für mich schwer vorstellbar.

Welchen Gefühlen begegnen Sie in der Event-Branche?
Es ist sehr intensiv. Ich stehe zwar als Künstlerin an vorderster Front, aber betroffen ist auch ein Vielfaches an Menschen hinter den Kulissen. Wichtig ist mir, für meine Menschen da zu sein. Während dem Lockdown habe ich regelmässig mit meiner Band Videotelefonie gemacht. Klar, um Spass zu haben und zu musizieren, aber auch um uns auszutauschen.

Welche positiven Punkte nehmen Sie aus dieser Zeit mit?
Ich habe viel mehr Zeit mit Familie und Freunden verbracht und weiss nun, was ich wirklich vermisse. Sei es ein Brunch mit der Familie oder eine gemütliche Runde mit Freunden. Für meine Freundschaften war diese Corona-Zeit sehr wichtig, es gab viele neue Erlebnisse. Und es war schön, dass ich für eine gute Freundin da sein konnte, die sich nach 13 Jahren von ihrem Partner getrennt hat.

Haben Sie Ihre Freunde zuvor wegen der Karriere vernachlässigt?
Zu einem gewissen Grad, ja. Diese Monate während Corona haben mir gezeigt, wie man Freundschaften pflegen sollte. Das Handy in die Hand zu nehmen, um meinen Leuten zu schreiben. Mittlerweile war ich ja in vielen Whatsapp-Gruppen schon gar nicht mehr dabei, weil ich ständig unterwegs war und nie Zeit hatte.

Was machen Sie nun anders?
Als ich früher vom Flughafen nach Hause gekommen bin, bin ich auf direktem Weg in meine Wohnung gefahren, weil ich so erschöpft war. Heute treffe ich meine Leute auch mal spontan und frage in unsere Gruppe, wer gerade wo ist. Und wenn ich dann nicht voller Energie bin, nehmen sie es mit Humor. Müde bin ich immer sehr lustig drauf, wie bei einem kleinen Schwips (lacht).

Sie sind dreifache Tante. Wie ist Ihre Beziehung zu Ihren zwei Neffen und der Nichte?
Ich bin sehr stolz auf die drei. Wenn Leute sagen, ich hätte keine Kinder, stimmt das nicht. Denn Raphael, Alexander und Lynn sind ein sehr wichtiger Teil in meinem Leben, ich liebe sie über alles. Während der Corona-Zeit durfte ich die Kinder viel ins Bett bringen und habe mit ihnen ein Konzert für ihre "Gschpönli" gegeben. Und klar dürfen sie bei mir mehr als bei ihren Eltern. Trotzdem kann ich streng sein, weil ich ihnen auch wichtige Werte mit auf den Weg geben will.

Welche Werte?
Wenn ich bei ihnen zu Hause ankomme, sage ich immer: «Ich habe ein Geschenk dabei!» Worauf sie schreien: "Liebe!! Wichtig ist mir zu zeigen, dass man die grössten Geschenke nicht kaufen kann. Und ich achte stark darauf, die Kinder so zu nehmen, wie sie sind, und ihnen das auch zu vermitteln. Dass sie gut sind, wie sie sind – egal, wie sie aussehen, wen sie lieben oder was sie machen.

Sie werden immer wieder für Ihre Outfits kritisiert. Wie gehen Sie damit um?Konstruktive Kritik an Outfits finde ich völlig legitim, ein Kleidungsstück kann nicht allen gleich gut gefallen. Sobald aber Figuren kritisiert werden, hört für mich der Spass auf. Das gehört sich einfach nicht, wir sollten als Gesellschaft die verschiedenen Körperformen nehmen, wie sie sind. Ich kann mit solchen Anfeindungen umgehen, aber es gibt online viele Menschen, die nicht wissen, wie sie das aufnehmen müssen. Und diese gilt es zu schützen.

Mit Ihrem neuen Album «Mini Schwiiz – Mini Heimat» machen Sie der Schweiz eine grosse Liebeserklärung. Wie patriotisch sind Sie?
Ich bin stolz darauf, Schweizerin zu sein, und finde es auch schön, eine echte Heimat zu haben. Was mir an unserem Land unglaublich gefällt, ist die Vielfalt. Dadurch, dass viele Leute bei uns eine neue Heimat gefunden haben, gab und gibt es immer neue Einflüsse, die durchaus interessant sein können. Ein buntes Spektrum.

Wo ist die Schweiz für Sie am schönsten?
Oh Gott, da gibt es so viele schöne Plätze. Während meinen Ausflügen in der Corona-Zeit habe ich gemerkt, wie ich die Unterschiede schätze. Schon Luzern und Zürich sind total verschieden, das Gefühl in den Städten ist anders. Innert wenigen Fahrstunden kann ich in einer ganz anderen Welt, aber trotzdem noch in unserem Land sein.

Als internationale Künstlerin repräsentieren Sie auch die Schweiz.
Eine grosse Ehre, aber auch eine Verantwortung. Ich repräsentiere die Schweiz sehr gerne und mir ist es dabei wichtig die Schweizer Geselligkeit und unser Lebensgefühl rüberzubringen. Ich merke, dass ich mit offenen Armen empfangen werde, mittlerweile auch mit italienischen und französischen Liedern. In den entsprechenden Sprachregionen werden meine übersetzten Titel teilweise schon am Radio gespielt. Das ist schön.

Ein Vorteil vom Umbruch in der Musikbranche. Es wird internationaler, dafür verdient man kaum Geld mit Musikverkäufen.
Die Digitalisierung kann man nicht umkehren und ich will mich nicht über Dinge ärgern, die ich sowieso nicht ändern kann. Ich sehe die Vorteile: Mein Titel "Terra Australia" wird auch in Australien gehört, während meine französischen Lieder auch in Frankreich oder meine italienischen Songs in Italien abgespielt werden.

In Deutschland bringen Sie ein Best-of-Album heraus, das auch in der Schweiz auf Ihrem Schweizer Album dabei ist. Denken Sie schon ans Aufhören?
Nein, noch lange nicht! (lacht) Es war jetzt einfach an der Zeit, aus den 180 Songs, die ich bislang rausgebracht habe, einen Rückblick zu machen. Mir tat es gut zu sehen, was ich seit meinem "DSDS"-Sieg 2013 geschafft habe. Ich habe das Gefühl, durch Corona fängt für uns alle eine neue Zeit an. Und das ist ein guter Abschluss meiner letzten sieben Jahre, jetzt blicke ich in die Zukunft.

Auf dem Best-Of sind auch sechs neue Lieder zu finden, die an die Achtziger erinnern. Wieso genau diese Zeit?
Ich bin 1988 geboren und habe die Achtziger zwar nie bewusst miterlebt, aber mich fasziniert, was in diesem Jahrzehnt in der Musikbranche passiert ist. Damals hatten viele Künstlerinnen wie Madonna, Jennifer Rush, Kim Wilde ein starkes Frauenbild erschaffen, das Sängerinnen wie mich bis heute prägt. Frauen sind ja schliesslich auch noch heute, so viele Jahre später, in der Musikbranche untervertreten. Und daran gilt es zu arbeiten.

Quelle: t-online.de / Sebastian Berning

 

Sehen Sie schnell rot, Beatrice Egli?

Beatrice Egli kennt man als stets gut gelaunte Musikerin. Die DSDS-Siegerin blickt mit ihrem Best-Of "Bunt" auf ihre Karriere zurück. Im Interview mit t-online.de erzählt sie von ihrer farbenfrohen Welt.

2013 gewann Beatrice Egli bei "Deutschland sucht den Superstar". Seitdem zählt sie zu den bekanntesten und beliebtesten Sängerinnen der Schlagerszene. Mit der Compilation "Bunt", die am 14. August erscheint, blickt die Schweizerin auf ihre bewegte Karriere zurück. Im t-online.de-Interview unterzieht sich die 32-Jährige einem kleinen Farbtest.

t-online.de: Frau Egli, wie kam es zum Best-Of "Bunt"? Warum jetzt der Karriererückblick?

Beatrice Egli: Nach 150 Songs wollte ich für mich mal einen Rückblick schaffen und eine musikalische Zeitreise machen. Einerseits in meine eigene Vergangenheit, aber auch in die 80er Jahre. Auf "Bunt" sind einige neue Songs, die komplett im 80er Sound gehalten sind.

Auf welchen Song auf der Compilation sind Sie besonders stolz? An welche Nummer sollten sich alle erinnern, wenn man an Beatrice Egli denkt?

Aktuell würde ich sagen die neue Single "Bunt". Das ist mein persönliches Highlight. Es klingt einfach mal anders. Es ist laut und schrill, was mir selbst echt gut gefällt. Gerade jetzt, weil die Welt aktuell nicht so bunt ist.

Gibt es ein Lied, bei dem Sie es selbst schade finden, dass dieses nicht so durchgestartet ist, wie Sie es sich gewünscht hätten?

Beatrice Egli: Nach 150 Songs wollte ich für mich mal einen Rückblick schaffen und eine musikalische Zeitreise machen. Einerseits in meine eigene Vergangenheit, aber auch in die 80er Jahre. Auf "Bunt" sind einige neue Songs, die komplett im 80er Sound gehalten sind.

Auf welchen Song auf der Compilation sind Sie besonders stolz? An welche Nummer sollten sich alle erinnern, wenn man an Beatrice Egli denkt?

Aktuell würde ich sagen die neue Single "Bunt". Das ist mein persönliches Highlight. Es klingt einfach mal anders. Es ist laut und schrill, was mir selbst echt gut gefällt. Gerade jetzt, weil die Welt aktuell nicht so bunt ist.

Gibt es ein Lied, bei dem Sie es selbst schade finden, dass dieses nicht so durchgestartet ist, wie Sie es sich gewünscht hätten?

Ja, bei "Wir leben laut" habe ich das Gefühl, dass viele den Song erst jetzt entdecken. Das freut mich, dass der mehr Zuspruch erhält und auch in Clubs gespielt wird. Dabei ist das Lied schon ein paar Jahre alt.

Sind Sie jemand der schwarzmalt oder malen Sie sich Ihre Welt immer kunterbunt, wie Sie Ihnen gefällt?

Schon eher kunterbunt. (lacht) Ich sehe in jedem dunklen Moment auch irgendwas Helles. Klar, es gibt Phasen, wie jetzt diese Corona-Krise, wo man extrem gefordert ist, die schwarzen Momente weniger düster zu sehen und vielleicht das Positive zu erkennen. Das ist schon eine Herausforderung und auch ich muss mich da immer wieder neu ordnen. Es ist einfach schwarz zu sehen. Das ist ja nur eine Farbe, eine bunte Welt fordert einen mehr. (lacht)

Sehen Sie schnell rot?

Oh ja, ich würde mich schon als emotionalen Menschen sehen. Meist bin ich sehr fröhlich, aber ich kann auch mal traurig oder wütend sein. Meine Emotionen reichen da schon in alle Richtungen.

Waren Sie auch schon mal gelb vor Neid?

Nee, tatsächlich kann ich mich gut für andere freuen. Das war schon damals in der Schule so. Wenn da Klassenkameraden ein neues Fahrrad hatten, fand ich das immer total schön diese anzugucken. Das ist etwas, was ich mir zum Glück bewahren konnte. Ich bin der Meinung, wenn man sich für andere freuen kann, dann blüht auch das eigene Glück umso mehr.

Wann sind Sie das letzte Mal mit einem blauen Auge davongekommen?

Ich hatte neulich eine Autopanne und mein Auto ist auf einmal nur noch 30 km/h gefahren. Ich hatte echt Glück, weil ich gerade auf die Autobahn auffahren wollte, habe aber gemerkt, dass da irgendetwas nicht stimmt und ich nicht beschleunigen konnte. Ich bin dann an einer Kreuzung stehen geblieben, kurz bevor es auf die Autobahnauffahrt ging. Das hätte da auch anders ausgehen können. Da ist wohl ein Schlauch gerissen und da ist das ganze System runtergefahren. Dann kann man anscheinend nur noch 30 fahren, aber ich habe das recht lange nicht bemerkt. Vorher fuhr ich durch eine Spielstraße und danach ging es bergab. (lacht)

Beim Feiern: eher blau oder mit Wasser auf der Tanzfläche? Was für ein Typ Nachtschwärmer sind Sie?

Ich bin eine richtig gute Partygängerin! (lacht) Mit mir hat man viel Spaß und die Party ist endlos. Aber ich trinke keinen Alkohol.

Tragen Sie eine rosarote Brille oder sind Sie in Sachen Liebe und Partnerschaft eher Realistin?

Rosarot ist total meine Farbe! (lacht) Nicht nur bei Kleidern, sondern ich sehe die Welt auch gerne einfach rosarot. Das meine ich aber generell und nicht nur wenn ich in einen Typen verliebt bin. Ich versuche generell durch die rosarote Brille auf die Welt zu schauen.

Coopzeitung

Quellen: Text: Andreas W. Schmid Fotos: Christoph Kaminski

 

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Quelle: Blick / Imhof

 

Schlagerstar Beatrice Egli (32) verrät, was sie zum Strahlen bringt

7 Tipps für Lebensfreude

Beatrice Egli ist bekannt für ihre positive Art. Wie sie diese auch in der aktuellen Zeit beibehält, erzählt sie im Interview mit BLICK.

Strahlend glücklich und mit positivem Gemüt: So kennt man Beatrice Egli (32) seit ihrem Sieg bei "Deutschland sucht den Superstar" im Jahr 2013. Und auch in der aktuell schwierigen Zeit, ganz ohne Konzerte und Fan-Nähe, will die Schwyzerin mit Heiterkeit durchs Leben gehen. "Natürlich habe ich Sehnsucht nach der Bühne und finde auch, dass Durchhalten immer schwieriger wird", sagt Egli. "Trotzdem ist es wichtig, den Mut nicht zu verlieren." Die "Bunt"-Sängerin gibt im Interview mit BLICK darum sieben Tipps, um glücklich durchs Leben zu schreiten.

 

1. Fokus auf das, was geht

"Ich konzentriere mich nicht auf das, was derzeit nicht erlaubt ist. Vielmehr fokussiere ich mich auf das, was geht. Und freue mich, mehr Zeit zu haben. Beispielsweise für die Natur, aber auch Zeit für mich."

 

2. Das Kleine schätzen

"Momentan geniesse ich es total, morgens die ersten Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren. Das gehört zu den kleinen Dingen, die ich im Leben so schätze. Schon wenn ich heimkomme und meine Neffen schreien höre, freue ich mich riesig."

 

3. Sich stets verbessern

"Ich schätze den direkten Kontakt mit meinen Fans in diesen Zeiten sehr. So bekomme ich wertvolles Feedback, was mir wichtig ist. So kann man immer wachsen."

 

4. Zeit mit Familie und Freunden

"Rückhalt finde ich bei meinen Liebsten. Ohne Treffen mit Freunden und Familie könnte ich nicht leben, darum mache ich das auch momentan – aber mit Mass. Ich bin heilfroh, sind meine Grosseltern mittlerweile geimpft, so können wir mit ihnen, so oft es geht, Ausflüge machen und sie aus dem Altersheim-Alltag abholen."

 

5. Aufschreiben, wofür man dankbar ist

"Jeden Abend vor dem Schlafengehen schreibe ich mir Dinge auf, wofür ich dankbar bin. Wenn ich mir mehr Gedanken über positive Dinge mache, gedeiht das Glück. Das ist wie beim Blumengiessen."

 

6. Lachen

"Ich versuche, überall Spass reinzubringen. Mit Humor gehts leichter. Im ersten Lockdown habe ich darum auch Bühnenoutfits für Hausarbeiten angezogen und das mit meinen Fans geteilt."

 

7. Neue Projekte in Angriff nehmen

"Dank der neu gewonnenen Zeit konnte ich mein Herzensprojekt, ein schweizerdeutsches Album herauszugeben, realisieren. Und auch in der Sendung ‹Sing meinen Song› mitzumachen, hat mir einige Glücksmomente gebracht. Zu sehen, wie andere meine Lieder interpretieren und wie die Emotionen ankommen, hat mich überwältigt. Da gab es auch Freudentränen."